Vor dem Auswärtsspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 15:30 Uhr) spricht Cheftrainer Albert Riera unter anderem über …
… die Ausgangslage: Wir arbeiten jeden Tag an unterschiedlichen Schwerpunkten. Am Donnerstag stand zum Beispiel die Offensive im Fokus, heute die Defensive. Wir wollen auch gegen Mainz dominant auftreten, dafür müssen wir an beiden Enden des Feldes gut sein. Wir hatten eine volle Trainingswoche und gehen gut vorbereitet in das Spiel. Ich kann im Training sehr gut sehen, in welchen Bereichen wir Fortschritte machen. Als Younes Ebnoutalib und Can Uzun wieder ins Training eingestiegen sind, habe ich ihnen bildlich gesagt: „Ihr seid von einem anderen Team“ – ihre Mitspieler waren schon deutlich weiter. Das hat sich inzwischen geändert, nun kann ich den beiden gesagt: „Jetzt seid ihr Eintracht-Spieler“. Für alle gilt: Wir akzeptieren Fehler, aber wir akzeptieren nicht, wenn man nicht auf diese reagiert. Die Spieler glauben an unsere Idee und das gibt ihnen zugleich mehr Selbstvertrauen.
… die Herangehensweise: Idealerweise viele Tore schießen und keins kassieren. Über die Frage, was es im Fußball bedeutet, gut zu spielen, lässt sich sicherlich Tage lang diskutieren. Für mich bedeutet es, kurz zusammengefasst: angreifen und verteidigen, kein Tor kassieren und viele Tore schießen. Wir müssen am Sonntag wahrscheinlich erneut geduldig sein.
… das Personal: Außer Rasmus Kristensen und Kaua Santos sind alle bereit für den Spieltagskader, ich werde also Spieler streichen müssen. Wenn man ehrlich und geradeheraus zu seinen Spielern ist, dann gibt es keine Probleme. Natürlich will jeder immer spielen, die Jungs sollen hungrig sein. Aber sie müssen wissen, was genau wir für das nächste Spiel brauchen – das erkläre ich ihnen und sie verstehen es. Jeder hat ein anderes Profil. Wenn sie nicht gegen Mainz spielen sollten, müssen sie bereit sein für den nächsten Gegner, weil ihre Stärken und Charakteristiken dann gegebenenfalls gefragt sein werden. Ich will zu jedem fair sein, meine Spieler sind alles für mich. Aber am Ende des Tages muss ich Entscheidungen treffen, wir können nicht mit mehr Spielern als der Gegner auflaufen.
… die mögliche Aufstellung, auch in Anbetracht der Rückkehr von Jonathan Burkardt nach Mainz: Es gilt: der Name, der Pass, das Alter, wie viele Weltmeistertitel oder der Schönste im Team – all das interessiert mich nicht. Es interessiert mich nur, welche Spieler mit ihrem Profil zu unserem Plan gegen Mainz passen. Welche Spielertypen brauchen wir. Man spielt jede Woche gegen ein anderes Team und immer muss ich mir diese Frage stellen. Wenn jemand nicht spielt, geht es nicht darum, dass er schlecht trainiert hat, sondern nur darum, was er uns gegen den nächsten Gegner geben kann und was nicht.
… die Mainzer Doppelbelastung durch die UEFA Conference League: Dass Mainz gestern spielen musste, ist auf jeden Fall ein Vorteil für uns. Ich drücke allen Bundesligaklubs international die Daumen und will, dass sie erfolgreich sind – wir brauchen so viele Klubs wie möglich im Europapokal. Aber gestern hätte ich mir beim Mainzer Spiel noch eine Verlängerung gewünscht, in der sie dann weiterkommen (lacht).
… seine bisherige Zeit in Frankfurt: Ich bin nun seit sechs Wochen hier und habe von Beginn an gesagt, dass ich hier vor allem frische Positivität reinbringen will. Im Leben geht es immer um Herausforderungen, die sich aber lösen lassen – ich spreche nicht von Problemen, sondern will Lösungen bieten. Ein großes Thema waren die vielen Gegentore und gegnerischen Chancen, das haben wir in den Griff bekommen. Jetzt sprechen viele darüber, wie wir eigene Treffer erzielen können. Wichtig in der Bewertung ist eine gewisse Balance und dass wir wissen, wo wir herkommen. Vor sechs Wochen war nicht alles desaströs, jetzt ist nicht alles perfekt – die Stimmung ist aber gut. Es bringt nichts, über unrealistische Ziele zu sprechen. Wenn man Erwartungen an sich stellt, die man nicht erreichen kann, ist man immer unglücklich.
Text: Eintracht.de; Foto: getty images


