Am 33. Spieltag der 3. Liga reist der SV Wehen Wiesbaden zum Abschluss der Englischen Woche zum FC Viktoria Köln. Anpfiff im Sportpark Höhenberg ist am Samstag (11. April) um 14 Uhr. Im Vorfeld der Partie spricht SVWW-Cheftrainer Daniel Scherning im Spieltagsinterview über die Analyse der vergangenen zwei Niederlagen, den kommenden Gegner und den Blick auf die kommende Spielzeit.
Daniel Scherning über …
… die Analyse der vergangenen zwei Niederlagen: „Im Moment werden viele Fehler von uns direkt bestraft. Wir wollen den Fokus wieder auf die Dinge legen, die uns über einen langen Zeitraum ausgezeichnet haben und mit denen wir Spiele gewonnen haben. Wir haben kollektiv besser verteidigt und in den direkten Duellen eine andere Aggressivität und Galligkeit gezeigt. Vor allem das Thema Umschalten nach Ballverlust haben wir ins Zentrum gestellt. Unser Ziel muss es sein, wieder aktiveres Gegenpressing zu spielen.”
… die Aufarbeitung mit der Mannschaft: „Es liegen nur zwei Tage zwischen den Spielen. Dementsprechend gibt es wenig Möglichkeiten, auf dem Trainingsplatz Reize zu setzen und es beschränkt sich auf Sitzungen. Wir haben mit der Mannschaft sehr lange gesprochen und eine gute, zielführende Diskussion gehabt. Die Mannschaft kann besser Fußball spielen, als sie es zuletzt gezeigt hat. Die Basis muss sein, dass wir stabiler stehen. Sieben Gegentore in den letzten beiden Spielen sind auf jeden Fall zu viel. Wir haben uns bisher immer darüber definiert, dass wir eine der besten Defensivreihen der Liga besitzen. In der Hinsicht haben wir ein Stück weit unsere Identität verloren. Das wollen wir jetzt gegen Köln, aber auch in den nächsten Wochen wieder besser machen.“
… die Bedeutung des Hessenpokals: „Der Stellenwert ist unverändert hoch geblieben. Wir haben mit unserem Auftreten im Halbfinale gezeigt, dass wir diesen Pokalwettbewerb total ernst nehmen und gewinnen wollen. Es ist der kürzeste Weg in den DFB-Pokal und dieses Ziel wollen wir erreichen. Das Pokalfinale ist aber erst in sechs Wochen, deswegen hat die Liga im Moment Priorität. Nach dem Rostock-Spiel ist der Traum vom Aufstieg ein Stück weit geplatzt. Das hat man der Mannschaft auch angesehen. Sie hat lange an diesem großen Ziel gearbeitet und viel investiert. Das war ein kleiner Bruch für das Team.”
… den FC Viktoria Köln: „Wir treffen auf eine sehr spielstarke Mannschaft. Sie wollen immer den Ball haben und sich über Ballbesitzphasen definieren. Nach vier Niederlagen am Stück haben sie zuletzt zweimal gewonnen und sich aus der Ergebniskrise befreit. Ihre offensive und spielstarke Art führt dazu, dass sie viele Hereingaben und Flanken in die Box schlagen. Sie sind sehr kopfballstark im Zentrum und gut bei Standards. Die bereits angesprochenen Themen aus unserer Analyse werden am Ende entscheidend sein. Diese müssen wir auf den Platz bekommen. Wir müssen als Kollektiv deutlich besser verteidigen und im defensiven Umschaltspiel nach Ballverlust besser sein, um ihnen ihre Situationen mit dem Ball nicht zu geben.“
… den Zukunftsblick für die kommende Saison: „In der jetzigen Phase ist es interessant zu sehen, wer seine Leistung auf den Platz bekommt, wer in der Lage ist, die Mannschaft zu führen, Energie weiterzugeben und viel und gut zu kommunizieren. Das sind Erkenntnisse, die man gut in die nächste Saison mitnehmen kann. Zudem wollen wir unseren jungen Spielern weiterhin die Chance geben, um zu schauen, wie weit sie auf diesem Niveau sind und welche Rolle sie nächstes Jahr einnehmen können. Du siehst nicht nur in guten Phasen, was eine Mannschaft braucht, sondern siehst auch in Phasen, in denen es nicht läuft, was ihr fehlt. Daraus gilt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen, um für die nächste Saison den neuen Kader zusammenzustellen.”
Personal
Justin Janitzek steht nach abgesessener Gelbsperre wieder zur Verfügung. Gino Fechner (Muskelfaserriss im linken Oberschenkel) wird dagegen weiterhin fehlen.
Text: SVWW.de, Foto: getty images


