Was erwartet den SV Darmstadt 98 am Samstagmittag bei Arminia Bielefeld? Wie haben die 98er die Länderspielpause genutzt und wie blickt Florian Kohfeldt auf den Saisonendspurt? Diese und weitere Fragen beantwortete der Lilien-Cheftrainer auf der PK am Donnerstag vor der Partie auf der Alm (4.4., 13 Uhr).
… zur Herangehensweise an das Bielefeld-Spiel:
Von der mentalen Herangehensweise und der Spielvorbereitung ändert sich zum Schalke-Spiel gar nichts. Aber natürlich hat jeder Gegner seine Eigenschaften mit Stärken und Schwächen. Wir treffen mit der Arminia auf eine unglaublich intensive Mannschaft, die zwar jetzt fünf Spiele nicht gewonnen hat, davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Sie haben die letzten vier Spiele nur gegen Top-5-Mannschaften gespielt. Und sie sind bis auf das Elversberg-Spiel immer sehr nah dran gewesen, Punkte mitzunehmen oder Spiele zu gewinnen.
Sie laufen extrem viel, das geht auch manchmal zulasten ihrer Struktur. Sie haben sehr viele tiefe Läufe und Geschwindigkeit auf allen offensiven Positionen. Sie haben hinten in der Kette viel Erfahrung, auch mit Robin Knoche. Das ist ein spannendes Gesamtpaket.
Die Alm ist ein überragendes Fußballstadion, das sehr eng ist und viel Stimmung erzeugen kann. Ich habe dort schon sehr viele Spiele gehabt, mit positiven und negativen Erinnerungen. Das Gefühl, dort in dem Wohngebiet zu spielen, ist schon cool. Das ist etwas Spezielles, worauf wir uns vorbereiten und freuen.
… zum Druck in Darmstadt und an anderen Standorten:
Ich habe gesagt, dass wir Spiele gewinnen wollen. Diesen Druck machen wir uns selbst. Wir sind ein Standort, der bisher eine extrem gute Saison spielt. Mit der Punktzahl und dem Torverhältnis wären wir letzte Saison zum gleichen Zeitpunkt Tabellenführer gewesen. Wir punkten sehr regelmäßig, und das gibt uns ein gutes Gefühl und Vertrauen, dass wir Spiele gewinnen wollen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Aber wir müssen. Das ist ein großer Unterschied. Das ist hier anders als an anderen Standorten. Weil wir vom grundsätzlichen Standort-Surrounding weit über dem sind, was die Range ist, wo bei uns existenzieller Druck entsteht. Der entsteht bei uns, wenn wir darum spielen würden, ob wir in der zweiten Liga spielen. Das muss immer der Anspruch von Darmstadt 98 sein, mit unseren Rahmenbedingungen sicher zweite Liga zu spielen. Alles andere, was dazukommt, geht über die Erwartungen des Vereins hinaus. Das heißt nicht, dass wir in der Kabine nicht unbedingt wollen, aber das ist der Unterschied.
… zur Mannschaft:
Wir sind konzentriert und freuen uns auf die letzten sieben Wochen der Saison. Es ist eine tolle Saison und eine tolle Gruppe und wir freuen uns, diesen Weg noch gemeinsam gehen zu können. Wir konzentrieren uns auf Bielefeld, weil das ein schweres Auswärtsspiel ist. Wir wissen, dass wir in den letzten Wochen zwar auswärts nicht katastrophal gespielt haben, aber wir haben auswärts auch lange nicht gewonnen. Deshalb ist natürlich Respekt da, aber vor allem der Fokus auf das, was in jedem Spiel entscheidend ist: Konzentration auf unsere Leistung.
… zur Länderspielpause:
Wir haben extrem an der Fitness gearbeitet, vor allem individuell. Spieler, die aus Verletzungsphasen kamen, haben noch einmal stark versucht, ihre Robustheit zu erhöhen. Das ist uns sehr gut gelungen.
Aber die Zeit nutzt man auch, um kurz durchzuatmen, mit der Familie Zeit verbringen. Dann war es bei mir aber wieder die totale Vorfreude, Dienstagmorgen auf dem Trainingsplatz zu stehen. Ich muss mich von nichts erholen, weil es mir ziemlich viel Spaß bereitet, was ich mache. Jetzt sind wir wieder voll da.
… zu Yosuke Furukawa:
Furu ist grundsätzlich bereit dafür, in der Startelf zu stehen. Er war bisher einmal in der Startelf, aber das war zu großen Teilen auch der starken Saison von Luca, Killi und Marco geschuldet. Ich traue ihm zu, in der zweiten Liga auf einem hohen Niveau zu spielen. Was das Dribbling angeht, ist er in unserem Kader der stärkste Spieler. Damit kann er Situationen auflösen, und deshalb ist er in meinen Plänen für die Saison definitiv ein Spieler, der eine Rolle spielt, auch für Startelfeinsätze. Er hat Anpassungszeit gebraucht, dann aber auch im Training gezeigt, dass er da ist. Furu wird eine wichtige Rolle für uns spielen in den nächsten Wochen.
… zum Saisonendspurt:
Wir sind in einer Phase der Saison, wo jedes Spiel für fast alle in der Liga wichtig ist. Die Phase jetzt ist die geilste, die es gibt. Jetzt kribbelt es vor jedem Spiel. Deswegen brauchst du keine Geschichten aus der Vergangenheit. Du hast jetzt den Fokus, den Wettkampf, das ist geil, denn es geht um etwas. Und die Sonne scheint.
Personalupdate: Luca Marseiler (Kreuzbandriss) und Semih Güler (Fleischwunde am Oberschenkel) stehen nicht zur Verfügung.
Text: SV98.de; Foto: getty images


