HESSISCHER FUSSBALL-VERBAND e.V.

Hessische Topteams: Darmstadt bei Preußen Münster

Vor dem Duell am Sonntagmittag gegen den SC Preußen Münster (10.5./13.30 Uhr) spricht Florian Kohfeldt unter anderem über seine Vertragsverlängerung, den kommenden Gegner und die Spannung innerhalb des Teams. Die wichtigsten Aussagen des Lilien-Cheftrainers aus der Pressekonferenz am Freitag haben wir hier für Euch zusammengefasst.

… zur Vertragsverlängerung:
Es sind verschiedene Personen, die mir hier extrem viel Vertrauen geben. Für einen Cheftrainer ist der direkte sportliche Vorgesetzte die wichtigste Vertrauensperson. Da haben Paul und ich vom ersten Tag an in vielen Bereichen eine unfassbar hohe Schnittmenge gehabt. Das war für mich der allerwichtigste Baustein. Es war aber nicht alleine Paul, sondern das gesamte Umfeld des Vereins gibt mir das Gefühl, dass der Verein die Bereitschaft hat, sich weiterzuentwickeln. Im neugewählten Präsidium und auch auf der Geschäftsstelle ist das zu spüren. Bei allen Mitarbeitern hast du das Gefühl: Das ist ein Verein, bei dem alle bereit sind, weiterzumachen. Ich bin jemand, der gerne weiterentwickelt. Deshalb habe ich mit voller Überzeugung und voller Energie den Vertrag verlängert. Zudem fühlen wir uns als Familie hier unfassbar wohl. Es ist ein Herzensverein und Herzensstandort für mich geworden. Es hat alles zusammengepasst. Ich freue mich auf das, was kommt.

… zum Spiel am Sonntag:
Münster ist ein Gegner, der um alles kämpft. Für uns geht es tabellarisch „nur“ noch um Platz fünf, was trotzdem ein richtig tolles Ergebnis wäre. Münster ist in einer extrem schweren Ausgangslage. Sie müssen die beiden letzten Spiele gewinnen und noch auf andere Ergebnisse hoffen. Sie werden alles dafür tun, dass das passiert.

Grundsätzlich hat sich ihr Spiel seit dem Trainerwechsel vom Kurzpassspiel eher zu langen Bällen verändert. Dazu kommen Standardsituationen aus allen Lagen. Sie werden sicher versuchen, uns unter Druck zu setzen. Das prallt auf eine personelle Lage bei uns, in der viele unserer Automatismen schlichtweg nicht zur Verfügung stehen. Wir werden trotzdem versuchen, das Spiel sehr aktiv zu gestalten. Wir treffen auf eine Mannschaft mit relativ vielen Fragezeichen in ihrer Herangehensweise, aber wir wissen um ihre mentale Ausgangslage und die wird sein: all in für Münster.

… zu einem möglichen Spannungsabfall im Team:
Ein Spannungsabfall muss verhindert werden und wird daher auch aktiv angesprochen. Für uns ist es unglaublich wichtig, die Saison auf dem fünften Platz zu beenden und mit einem Sieg aus der Saison zu gehen. Die Saison war viel zu gut, um mit so einem Gefühl in die Sommerpause zu gehen.

Auch wenn wir sieben bis acht Ausfälle haben, werden wir eine Mannschaft auf dem Platz haben, die den Anspruch haben muss, in Münster zu gewinnen. Das ist auch mein Anspruch. Ich werde definitiv die bestmögliche Mannschaft auf den Platz stellen.

… zu Lidbergs Chancen auf die Torjägerkanone
Das ist zwar eine persönliche Auszeichnung, von der ich grundsätzlich nicht ganz so viel halte, aber wenn man sie stellvertretend als Mannschaftserfolg nimmt, kann das eine Bedeutung haben. Wir sind die zweitstärkste Offensive der Liga und Isac hat ein Tor Rückstand in der Torjägerliste. Mit Sicherheit ist das ein Thema für Isac, aber auch für uns alle, weil wir uns auch über den offensiven Spielstil definieren. Deshalb haben wir in diesen beiden Kategorien das Ziel, so weit es geht vorne zu landen. Wir würden Isac gerne dazu verhelfen, dass er am Ende Torschützenkönig wird und vielleicht sogar auch die beste Offensive der Liga zu stellen. Das sind Ziele, die wir haben.

… zu den Verletzungen:
Dass das nur Zufall ist, wäre mir zu einfach. Aber ich bleibe zu 100 Prozent dabei, dass wir im Bereich Medizin und Performance große Schritte nach vorne gemacht haben. Unser Outcome ist dennoch, wenn man die nackten Zahlen betrachtet, nicht so gut. Trotzdem muss man schauen, was passiert ist. Mey geht beispielsweise aus dem KSC-Spiel und sagt, es ist alles gut und am nächsten Morgen hat er ein dickes Knie. Das hat nichts mit Behandlung oder Steuerung zu tun.

Was wir weiter voranführen müssen, ist, dass wir in allen Bereichen Hand in Hand arbeiten. Viele von den Dingen waren Pech. Aber sollte es auch nur eine Verletzung geben, die kein Pech war, müssen wir versuchen, dass sie nicht wieder auftritt. Der ganze Apparat Darmstadt 98 hat über Paul und auch mit mir andere Arbeitsweisen lernen müssen, da haben wir schon sehr viel von umgesetzt. Wir müssen weiter lernen, Prozesse zu optimieren.

Wir haben dieses Jahr aber auch sehr viele Spieler auf ein sehr robustes Niveau gebracht. Wenn ich mir in diesem Hinblick die Entwicklung von Hiroki Akiyama angucke, dann sind das Schritte, die wir letztes Jahr nicht in der Lage waren zu gehen.

… zu Wechselgerüchten:
Es ist Quatsch zu sagen, so etwas sei kein Thema. Es ist normal, dass man sich darüber Gedanken macht. Eine herausragende Eigenschaft dieser Mannschaft ist es aber, dass sie eine Gruppe sind. Keiner wird aufgrund seines persönlichen Interesses etwas weglassen. Das hat zum Beispiel auch das Spiel gegen Elversberg gezeigt: In Unterzahl so eine Energieleistung zu bringen. Die Jungs geben alles und sind bis zum letzten Moment voll da. Dass sie sich parallel privat auch mit ihrer Zukunft beschäftigen, ist ganz normal.

… zur aktuellen Situation:
Es bringt den Vorteil der Planungssicherheit. Auch wenn ich auf diese Planungssicherheit gerne noch verzichtet hätte. Bei einem möglichen Aufstieg wäre eine Anpassung der Spielidee wahrscheinlich notwendig gewesen. Jetzt ist völlig klar, welche Profile wir verpflichten wollen, welche Umbauten wir im Kader vornehmen wollen. Allgemein konnten wir die Gespräche intern in der letzten Woche intensivieren.

Personalupdate: Es fehlen Luca Marseiler, Merveille Papela, Fraser Hornby, Fabian Holland, Fabian Nürnberger, Matthias Bader (alle verletzt) und Aleksander Vukotic (gelbgesperrt). Sergio Lopez ist fraglich.

Text: SV98.de, Foto: getty images

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner