HESSISCHER FUSSBALL-VERBAND e.V.

Hamid Reza Najafgholi: Trainer und noch viel mehr

Am Samstag ist es wieder so weit: Bei der Ehrungsveranstaltung des “Club 100” im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zeichnet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) 100 Persönlichkeiten aus, die sich in besonderer Weise für den Amateurfußball engagieren. Eine von ihnen ist Hamid Reza Najafgholi aus Hessen.

Wenn man Hamid Reza Najafgholis Rolle bei TS Gießen auf die des Trainers reduzieren würde, wäre das vermutlich die Untertreibung des Jahres. Klar, der 46-Jährige steht bei der E-Jugend des Vereins mehrfach in der Woche als Coach auf dem Trainingsplatz, doch Najafgholi ist nicht nur ein bloßer Übungsleiter. Der gebürtige Kasseler, der seit 2022 im ehrenamtlich im Verein aktiv ist, engagiert sich auch darüber hinaus im Vereinsleben – zum Beispiel als Vorstandsmitglied und Initiator zahlreicher Projekte.

Trotz einer herausfordernden familiären Situation – zwei seiner drei Kinder benötigen eine besondere gesundheitliche Begleitung – ist Najafgholi bei Sommerfesten, Ausflügen mit Nachwuchskickern, Sponsorentreffen oder der Gestaltung von Fanartikeln stets mit großer Motivation und viel Engagement dabei. Angesprochen auf seiner bemerkenswerten Einsatz, gibt er es sich bescheiden und betont, “dass auch viele andere Personen im Verein die Auszeichnung als Club-100-Mitglied verdient gehabt hätten. Natürlich fühle ich mich geehrt, aber an meiner Stelle hätten auch andere Mitglieder stehen können, die mit ebenso viel Engagement bei der Sache sind.”

Angefangen hat alles vor knapp vier Jahren, als TS Gießen seine Jugendabteilung ausbaute. “Damals habe ich versucht, den Verein zu unterstützen”, sagt Najafgholi. “Erst habe ich ein bisschen als Co-Trainer mitgeholfen, später haben wir geschaut, in welchen Bereichen ich noch aktiv werden könnte. So kam mit der Zeit eins zum anderen, und mittlerweile ist es eine echte Herzensangelegenheit geworden.”

Mit Erfolg: In den darauffolgenden Jahren haben immer mehr Kinder und Jugendliche bei Türkiyemspor mit dem Kicken angefangen. “Die Nachfrage ist mittlerweile extrem gewachsen”, so Najafgholi. “Das ist natürlich schön zu sehen, auch wenn es einige Herausforderungen mit sich bringt. Denn bislang besitzt der Verein weder eine eigene Trainingsanlage noch ein Vereinsheim, die Teams trainieren und spielen auf kommunalen Plätzen oder bei anderen Klubs. Wir hoffen aber, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird.”

Denn bei TS Gießen geht es nicht in erster Linie ums Gewinnen oder Verlieren, sondern um die gesellschaftliche Verantwortung des Vereins. Der Fußball könne zudem auch bei der Integration helfen, wie Najafgholi betont. “Wir wollen Kindern einfach die Möglichkeit geben, sich draußen an der frischen Luft zu bewegen und Sport zu machen. Dabei spielt es keine Rolle, wie gut sie mit dem Ball umgehen können – im Vordergrund soll der Spaß am Spielen stehen.”

Text: Yannic Lacombe, Foto: DFB

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